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ARGUS · Technik im Detail

Vorlage zur Entscheidung.

Wie ARGUS aus einer Lage eine Entscheidungsvorlage macht, jede Aussage mit Herkunft belegt, sie von KALKÜL prüfen lässt und der zuständigen Stelle vorlegt.

Am Ende einer Lage steht oft eine Frage, die eine Stelle beantworten muss. ARGUS bereitet sie als Vorlage vor: Optionen mit ihren Annahmen, jede Aussage mit ihrer Herkunft, gegen die Regeln geprüft, bevor sie vorgelegt wird. Entscheiden und Freigeben bleiben bei der zuständigen Stelle.

Diese Seite beschreibt die Bauweise des Systems. Gebaut sind der Prototyp von Freigabe und Protokoll und der Demonstrator von KALKÜL; den ganzen Stand finden Sie unter Was heute steht.

Auf dieser Seite
  1. 01Aufbau einer Vorlage
  2. 02Herkunft jeder Aussage
  3. 03Annahmen und Spannen
  4. 04Prüfung durch KALKÜL
  5. 05Freigabe durch die zuständige Stelle
  6. 06Verlauf
  7. 07Eckdaten
  8. 08Weiter

Aufbau einer Vorlage

Eine Vorlage ist ein Objekt der Ontologie mit festem Aufbau: die Frage, der Stand der Lage, auf dem sie beruht, zwei oder mehr Optionen und je Option die erwarteten Folgen, die Annahmen und die offenen Punkte. Sie ist kein Freitext, sondern eine Struktur, die sich vergleichen, prüfen und später wieder aufrufen lässt.

Der Stand der Lage ist eingefroren: Die Vorlage verweist auf die Lage zu einem bestimmten Erfassungszeitpunkt. Ändert sich danach etwas, wird das an der Vorlage als Abweichung sichtbar, statt sie unbemerkt zu verändern.

Herkunft jeder Aussage

Jede Aussage in der Vorlage verweist auf das, woraus sie stammt: auf Ereignisse und ihre Quellen, auf Objekte und ihre Eigenschaften, auf Rechnungen. Eine Aussage ohne Herkunft ist als Annahme gekennzeichnet, nicht als Tatsache.

Formuliert ein Sprachmodell Teile der Vorlage, gilt dieselbe Regel. Jeder Satz muss auf Fundstellen zeigen, die ARGUS ihm übergeben hat. Ein Satz ohne Fundstelle wird markiert. Zahlen, Zitate und Verweise gleicht ARGUS mit der Fundstelle ab. Ob die Fundstelle die übrige Aussage trägt, bestätigt die zuständige Stelle, bevor der Satz als belegt gilt.

Annahmen und Spannen

Optionen unterscheiden sich oft nur in ihren Annahmen: wie lange etwas dauert, was verfügbar ist, wie sich eine Lage entwickelt. ARGUS führt Annahmen als eigene Einträge mit Wert, Spanne und Quelle, damit sichtbar ist, welche Option an welcher Annahme hängt.

Wo eine Folge gerechnet wird, steht sie mit ihrer Spanne, nicht als einzelne Zahl. Ändert jemand eine Annahme, rechnet die Vorlage die betroffenen Folgen neu, und beide Fassungen bleiben erhalten.

Prüfung durch KALKÜL

Bevor eine Option vorgelegt wird, prüft KALKÜL sie gegen die Regeln, die für die Handlung gelten: Vorschriften, Grenzwerte, Einsatzregeln. Für jede Option kommt ein Nachweis zurück, ein Gegenbeispiel, das Regel und Zustand nennt, oder unentschieden.

Eine Option mit Gegenbeispiel wird nicht verschwiegen. Sie bleibt in der Vorlage, gekennzeichnet mit der Regel, die sie verletzt, damit die Stelle sieht, warum sie ausscheidet oder unter welcher Bedingung sie zulässig würde. Unentschieden heißt auch hier: nicht freigegeben, bis die Rechnung entschieden ist.

Von der Lage zur Freigabe

Aus der Lage wird eine Vorlage. KALKÜL prüft jede Option; eine Option mit Gegenbeispiel bleibt gekennzeichnet in der Vorlage. Die zuständige Stelle wählt, und erst ihre Freigabe löst eine Handlung aus.

Vorlage in ARGUS: Lage, Vorlage, Prüfung durch KALKÜL, Wahl der Stelle, FreigabeAus der Lage wird eine Vorlage. KALKÜL prüft jede Option; eine Option mit Gegenbeispiel bleibt gekennzeichnet in der Vorlage. Die zuständige Stelle wählt, und erst ihre Freigabe löst eine Handlung aus.Regel verletztgekennzeichnetLAGEHANDLUNGVORLAGEKALKÜL PRÜFTSTELLE WÄHLTGEGENBEISPIELLAGESTANDVORLAGENACHWEISWAHLHANDLUNGFREIGABE
  • Ablauf von Lage bis Handlung: Vorlage, KALKÜL prüft, Stelle wählt, Gegenbeispiel.
  • Vorlage zu KALKÜL prüft.
  • KALKÜL prüft zu Stelle wählt.
  • KALKÜL prüft Regel verletzt Gegenbeispiel.
  • Gegenbeispiel gekennzeichnet Vorlage (Rückweg).
ABLAUF · WEGE OHNE MENGEN

Freigabe durch die zuständige Stelle

ARGUS entscheidet nicht. Eine berechtigte Person wählt eine Option, ändert sie oder lehnt alle ab. Löst die gewählte Option eine Handlung aus, geht sie als Freigabe für genau diese Handlung den Weg, den AXON beschreibt: signiert, an die Handlung gebunden, einmal einlösbar.

Die Rechte bestimmen, wer welche Vorlage sehen und freigeben darf. Eine Vorlage über Daten mit Markierung erreicht nur Personen mit passendem Recht, und die Felder darin sind so begrenzt wie überall in der Ontologie.

Verlauf

Im Verlauf stehen die Vorlage in der vorgelegten Fassung, ihr Lagestand, der Nachweis oder das Gegenbeispiel von KALKÜL, die Wahl, die Person und der Zeitpunkt, verkettet über Prüfwerte. So lässt sich jede Entscheidung später an genau dem Bild prüfen, das vorlag, und nicht an dem, das man heute kennt.

Auch was nicht gewählt wurde, bleibt stehen: die übrigen Optionen mit ihren Annahmen und Prüfergebnissen. Wer später fragt, ob es eine bessere Möglichkeit gab, sieht, welche Optionen damals auf dem Tisch lagen und warum sie ausschieden.

Eckdaten

Vorlage
Objekt der Ontologie: Frage, eingefrorener Lagestand, Optionen mit Folgen, Annahmen, offenen Punkten
Herkunft
je Aussage Verweis auf Ereignis, Objekt oder Rechnung; ohne Herkunft als Annahme gekennzeichnet
Annahmen
eigene Einträge mit Wert, Spanne und Quelle; Folgen mit Spanne
Prüfung
KALKÜL je Option: Nachweis, Gegenbeispiel mit Regel und Zustand, oder unentschieden
Entscheidung
bei der zuständigen Stelle; die Handlung folgt als Freigabe für genau sie
Verlauf
vorgelegte Fassung, Lagestand, Ergebnis der Prüfung, Wahl, Person, Zeitpunkt

Weiter

Welche Entscheidung wird bei Ihnen heute ohne gemeinsame Vorlage getroffen? An ihr bauen wir die Struktur.