Stand · Bauplan
Ein fester Workflow führt vorher festgelegte Schritte aus; ein Agent wählt während der Arbeit, welcher Schritt als Nächstes nötig ist. Beide können dasselbe Sprachmodell verwenden, doch ihr Entscheidungsspielraum und ihre Prüfung unterscheiden sich.
Wer wählt den nächsten Schritt?
Ein Modellaufruf allein ist noch kein Agent. Entscheidend ist die Schleife: Das System erhält ein Ziel, liest eine Beobachtung, wählt ein Werkzeug und bewertet dessen Ergebnis. Ein Workflow kann ebenfalls ein Sprachmodell nutzen, etwa zum Einordnen einer Nachricht. Der nächste Verarbeitungsschritt steht dabei bereits im Programm.
Die Unterscheidung von Anthropic hilft beim Entwurf, ist aber keine einheitliche Definition aller Anbieter. Prüfen Sie deshalb das tatsächliche Verhalten. Kann das System Werkzeuge, Reihenfolge oder Abbruch selbst wählen? Dann muss diese Wahl im Betrieb begrenzt und sichtbar sein.
Welche Arbeit braucht welchen Spielraum?
Begriff · Übergabe
Die explizite Übertragung eines Vorgangs mit Ziel, geprüften Ergebnissen, offenen Fragen und nächster zuständiger Stelle.
Beginnen Sie mit der kleinsten ausreichenden Lösung. Eine bekannte Datei nach festen Regeln umzubenennen braucht keinen planenden Agenten. Ein unvollständiger Vorgang kann dagegen wechselnde Rechercheschritte verlangen. Auch dann lassen sich feste Grenzen setzen: zulässige Quellen, erlaubte Änderungen, Ende der Recherche und Übergabe bei Unsicherheit.
Ein Mischaufbau ist oft sinnvoll. Das Programm führt den Rahmen aus, der Agent bearbeitet eine begrenzte offene Frage. So bleibt beispielsweise der Versand im festen Ablauf, während ein Agent fehlende Belege für einen Entwurf sucht. Die Trennung ist eine Entwurfsentscheidung, kein Versprechen höherer Qualität.
Dieselbe Aufgabe kennt zwei Wege
Ein Datensatz kommt ohne eindeutigen Bezug zu einem Objekt an. Ein fester Ablauf fordert die fehlende Angabe an. Ein Agent könnte zuerst eine erlaubte Quelle nach passenden Objekten durchsuchen, Belege vergleichen und nur bei Mehrdeutigkeit nachfragen. Beide Wege sind legitim, wenn das gewünschte Ergebnis und die zulässigen Nebenwirkungen feststehen.
Messen Sie nicht nur, ob ein Text plausibel klingt. Prüfen Sie, welche Datensätze gelesen wurden und ob sich der Zielzustand geändert hat. Ein hilfreicher Vorschlag kann richtig sein, obwohl die Ausführung noch gesperrt bleibt. Eine erfolgreiche Werkzeugantwort kann umgekehrt das falsche Objekt betreffen.
Spielraum braucht ein Ende
Mit jeder zusätzlichen Wahl entsteht ein weiterer Fehlerpfad. Begrenzen Sie deshalb Laufzeit, Werkzeugaufrufe und erlaubte Zustandswechsel. Ein Agent muss melden können, dass eine Aufgabe nicht entscheidbar ist. Ein Stoppsignal hilft jedoch nur, wenn die ausführende Software weitere Handlungen tatsächlich verhindert.
Definieren Sie vor dem Start Abbruchfälle: widersprüchliche Quellen, fehlende Rechte, unklare Identität oder ein anderes Ziel als beauftragt. Ein Abschlussbericht nennt Ergebnis, offene Punkte und mögliche Nebenwirkungen. Er ersetzt keine Prüfung im Zielsystem. Wiederholen Sie fehlgeschlagene Schreibvorgänge nur mit einem Schutz gegen doppelte Ausführung.
Wie SnapSite die Rollen trennt
Begriff · Abbild
Ein verknüpftes Modell aus Dingen, Beziehungen und erlaubten Handlungen. Es bleibt an seine Quellen und deren Rechte gebunden. Auf der Plattform heißt dieses Modell Ontologie.
AXON bezeichnet die geplanten Agents. FORGE soll ihnen ein gemeinsames Abbild der Organisation geben; KALKÜL soll kontrollierte Handlungen nachvollziehbar machen. Das ist ein Entwurf für ein verbundenes System, kein Nachweis, dass heute beliebige Unternehmensabläufe automatisch laufen.
Im vorhandenen Kontrolle-Prototyp lassen sich eine gebundene Einmalfreigabe und eine verkettete Protokollspur untersuchen. Die Browser-Vorführung zeigt diese Mechanik mit Beispieldaten. Sie belegt weder selbstständige Fallplanung noch fertige Konnektoren. Für einen ersten Einsatz wäre deshalb eine klar begrenzte Aufgabe mit überprüfbarem Ergebnis nötig.
Schema
Fester Ablauf: Eingang -> Regel -> Entwurf -> Prüfung
Agent im Rahmen: Ziel -> Beobachtung -> Werkzeugwahl -> Ergebnisprüfung
Gemeinsame Grenze: erlaubte Quellen, Rechte, Abbruch, NachweisGrenze
- Grenze
- Ein Agent ist nicht automatisch geeigneter als ein fester Ablauf. Die Wahl muss an echten Aufgaben geprüft werden; eine freie Werkzeugwahl beweist weder Selbstständigkeit ohne Fehler noch Lernen im Betrieb.
Fragen
- Kann ein Workflow einen Agenten enthalten?
- Ja. Ein fester Ablauf kann eine begrenzte Aufgabe an einen Agenten geben und danach das Ergebnis prüfen. Der Rahmen und die offenen Entscheidungen sollten getrennt dokumentiert sein.
- Ist ein Sprachmodell mit Werkzeugen immer ein Agent?
- Nicht zwingend. Wenn das Programm jeden Schritt fest vorgibt, ist es nach der hier verwendeten Definition ein Workflow mit Modellaufrufen.
Quellen
- Anthropic: Building effective agents19.12.2024. Architekturunterschied zwischen festen Workflows und Agenten; Herstellerperspektive, keine SnapSite-Messung.
- OWASP: Excessive AgencyAusgabe 2025. Risiken durch übermäßige Werkzeuge, Rechte und Spielraum.