Was gebaut ist
Jede Anwendung bringt ihr eigenes Bild der Organisation mit: eigene Kunden, eigene Aufträge, eigene Schlüssel. Mit der dritten Anwendung gibt es drei Bilder, die sich widersprechen. Eine gemeinsame Ontologie setzt dem eine Beschreibung entgegen, auf der alle arbeiten. Sie heißt nicht, dass eine Stelle alles pflegt. Sie heißt, dass dieselben Dinge denselben Namen und dieselbe Identität haben.
Im System · FORGE
- ERP, Prozesssoftware und Dokumente als Quellen; ihre Angaben steigen in drei Objekte, verbunden durch „gehört zu“.
- Darüber liest ein Agent aus dem Objekt.
Was je Anwendung entsteht
Jede Anwendung beschreibt, was sie braucht, und das ist vernünftig. Die Summe ist es nicht. Dieselbe Person heißt in einem System Kunde, im zweiten Debitor, im dritten Kontakt, mit je einer eigenen Kennung, und niemand weiß, ob es dieselbe ist. Die Regeln für Rechte, Fristen und Aufbewahrung stehen mehrfach, leicht verschieden, und jede Änderung muss an mehreren Stellen nachgezogen werden.
Die Verbindung zwischen den Anwendungen wird dann zu einer Aufgabe für Schnittstellen, Exporte und Menschen. Das Wissen, welche Zeile in welchem System zu welcher gehört, ist nirgends festgehalten, sondern steckt in den Köpfen derer, die die Systeme pflegen.
Was ein gemeinsamer Kern leistet
Begriff · Beziehung
Eine benannte Verbindung zwischen Objekten, etwa: Objekt A gehört zu Objekt B. Die Verbindung braucht selbst einen Quellenbezug.
Eine gemeinsame Ontologie führt die Dinge einmal: ein Objekt mit Typ, Identität und Herkunft, Beziehungen mit Verb und Kardinalität, Regeln und Handlungen als Daten. Anwendungen und Agenten lesen und schreiben dieselbe Beschreibung, und was sie ändern, ändert sich für alle.
Drei Dinge entstehen dabei nebenbei. Rechte und Markierungen hängen einmal am Feld und gelten überall, auch in der Suche und im Kontext eines Agenten. Der Verlauf ist ein einziger und nicht einer je Anwendung. Und ein neuer Bereich beginnt nicht bei null, sondern schließt an das an, was es schon gibt.
Nicht eine Stelle für alles
Begriff · Ontologie
Die gemeinsame Beschreibung einer Organisation: Objekttypen mit Eigenschaften, Beziehungen, Regeln und Handlungen, als Daten mit Version, Herkunft und Recht.
Dagegen steht ein berechtigter Einwand: Ein einziges Begriffsgerüst für alles zwingt jedem Bereich Begriffe auf, die er so nicht benutzt. Die Softwarearchitektur kennt das als Bounded Context: Derselbe Begriff bedeutet in der Abrechnung etwas anderes als im Kundendienst. Das ist keine Schwäche, sondern ein Merkmal von Organisationen, und eine gemeinsame Beschreibung muss es aushalten.
Die Ontologie hält es aus, weil sie keine Einheitsbegriffe erzwingt. Ein Bereich führt seine eigenen Typen und nennt ihre Beziehung zu den gemeinsamen: Der Debitor der Abrechnung ist eine Rolle der Person, die auch der Kundendienst führt, und die Beziehung dazwischen ist selbst ein Objekt. Gemeinsam sind Kern und Regeln der Übersetzung. Die Pflege bleibt verteilt, mit Zweigen für Änderungen, Versionen und einem Verantwortlichen je Typ.
Wie man anfängt
Niemand beginnt mit der ganzen Organisation. Man wählt einen Bereich, in dem zwei oder drei Systeme dieselben Dinge führen, und bildet sie ab. Die Quellen bleiben führend, die Ontologie liest, und Handlungen schreiben zurück, wo es sich lohnt. Aus dem ersten Bereich wächst der zweite, denn alles, was die beiden teilen, steht schon da.
Der Aufwand liegt in der Identität und in den Regeln, nicht in der Technik. Welche Zeilen aus welchen Systemen dasselbe Ding sind, muss jemand entscheiden, der es weiß. Das System hilft mit Ähnlichkeit und Bestätigung, entscheidet aber nicht selbst.
Woran man eine Fehlentwicklung erkennt
Vier Zeichen sprechen dafür, dass die Ontologie falsch gebaut ist. Sie hat einen Einheitsbegriff für etwas, das Bereiche verschieden verstehen. Sie hat Typen, die niemand verantwortet. Sie wird neben den Quellen gepflegt und nicht aus ihnen gespeist. Oder sie braucht für jede Frage eine neue Abbildung, statt dass sich Fragen aus den Beziehungen ergeben.
Schema
Je Anwendung Gemeinsame Ontologie
------------------------------- ----------------------------------------
Kunde, Debitor, Kontakt Person (Typ), Rolle Kunde, Rolle Debitor
Rechte je Anwendung Markierung am Feld, einmal
Verlauf je Anwendung ein Verlauf mit Herkunft
Abstimmung per Schnittstelle Beziehung als Objekt, mit VerbGrenze
- Grenze
- Eine gemeinsame Ontologie ersetzt keine Fachanwendung und keine Quelle. Sie beschreibt, verbindet und prüft. Als laufendes System besteht sie noch nicht; dieser Beitrag beschreibt die Bauweise und ihre Gründe.
Fragen
- Muss eine Stelle die Ontologie für alle pflegen?
- Nein. Typen gehören Bereichen mit je einem Verantwortlichen, Änderungen laufen über Zweige, und gemeinsam sind der Kern und die Regeln der Übersetzung.
- Wie lange dauert der erste Bereich?
- Das hängt an Zahl und Zustand der Quellen und an der Frage der Identität. Es gibt keine seriöse Pauschalangabe; der Anfang ist ein Gespräch über Quellen und Schlüssel.
Quellen
- Fowler: Bounded ContextDerselbe Begriff kann in Bereichen etwas Verschiedenes bedeuten; die Grenze ist ein Entwurfsmittel.
- Dehghani: Data Mesh Principles and Logical ArchitectureVerteilte Verantwortung für Daten bei gemeinsamen Regeln; ein Gegenentwurf zur zentralen Pflege.
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