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Wissen08 von 18

Warum reicht ein Datenlager nicht, wenn Systeme handeln sollen?

Datenlager beantworten Fragen, eine Ontologie trägt Handlungen.

Thema
FORGE
Lesezeit
3 Min.
Erstfassung
Auf dieser Seite
  1. 01Was ein Datenlager gut kann
  2. 02Wo es endet
  3. 03Was eine Ontologie hinzufügt
  4. 04Wie beides zusammenarbeitet
  5. 05Woran man den Unterschied prüft
  6. 06Schema
  7. 07Grenze und Regel
  8. 08Fragen
  9. 09Quellen
  10. 10Verwandte Seiten

Was gebaut ist

Ein Datenlager sammelt Daten aus vielen Systemen und beantwortet Fragen über sie. Eine Ontologie beschreibt, welche Dinge es in einer Organisation gibt, wie sie zusammenhängen und was mit ihnen geschehen darf. Das eine ist kein schlechter Ersatz für das andere: Sobald ein System nicht nur Auskunft geben, sondern handeln soll, fehlt dem Lager, was die Ontologie trägt.

Im System · FORGE

Schema zu Datenlager beantworten Fragen, eine Ontologie trägt Handlungen.ERP, Prozesssoftware und Dokumente als Quellen; ihre Angaben steigen in zwei Objekte, verbunden durch „gehört zu“. Eine Regel umgrenzt die Objekte.REGELERPPROZESSSOFTWAREDOKUMENTEgehört zuOBJEKTOBJEKT
  • ERP, Prozesssoftware und Dokumente als Quellen; ihre Angaben steigen in zwei Objekte, verbunden durch „gehört zu“.
  • Eine Regel umgrenzt die Objekte.

Was ein Datenlager gut kann

Ein Datenlager oder ein Datensee führt Daten aus vielen Quellen zusammen, speichert sie lange und macht sie für Auswertungen schnell lesbar. Es beantwortet Fragen über Mengen: Wie viele, wie verteilt, wie hat sich etwas entwickelt? Dafür ist es gebaut, und dafür bleibt es richtig. Auswertungen, Berichte und Modelle zur Prognose gehören dorthin.

Ein Lager ist bewusst offen gegenüber der Form seiner Daten. Tabellen aus verschiedenen Systemen stehen nebeneinander, auch wenn dieselbe Sache in jeder anders heißt. Das macht das Einsammeln billig und das Verstehen teuer.

Wo es endet

Begriff · Berechtigung

Eine überprüfbare Erlaubnis für eine Identität, ein Objekt und eine Operation. Ein Leserecht ist kein Schreibrecht.

Rechte über Systemgrenzen erhalten

Vier Dinge fehlen, sobald etwas handeln soll. Identität: Dass ein Kunde im ERP und eine Person in der Prozesssoftware dasselbe Ding sind, steht in keiner Tabelle, sondern in der Erfahrung derer, die sie pflegen. Handlung: Ein Lager liest. Wer eine Änderung zurück in das führende System schreiben will, braucht Typ, Vorbedingung, Recht und Bestätigung der Quelle. Recht: Berechtigungen der Quellsysteme gehen beim Zusammenführen verloren oder werden grob nachgebaut. Zeit: Ein Lager hält meist den letzten Stand oder Schnappschüsse, aber nicht die Frage, was zu einem Stichtag galt und was man damals wusste.

Jede dieser Lücken lässt sich mit Zusatzwerkzeugen füllen, einem Katalog, einer Zuordnungstabelle, einer Rechteschicht, einer Versionierung. Dann entsteht daneben eine Ontologie, nur ohne Namen und ohne gemeinsame Pflege.

Was eine Ontologie hinzufügt

Begriff · Beziehung

Eine benannte Verbindung zwischen Objekten, etwa: Objekt A gehört zu Objekt B. Die Verbindung braucht selbst einen Quellenbezug.

Beziehungen im Abbild modellieren

Eine Ontologie beschreibt Objekttypen mit Eigenschaften, Beziehungen mit Kardinalität, Regeln und Handlungen als Daten, die selbst Version, Herkunft und Recht tragen. Aus den Zeilen der Quellen entstehen Objekte, die über Systeme hinweg dieselben bleiben. Jede Aussage hat zwei Zeiten. Handlungen schreiben typisiert und geprüft in die Quelle zurück, und jede Eigenschaft trägt ihre Markierung.

Das ist keine Erfindung der Plattform. Wissensrepräsentation mit Klassen, Eigenschaften und Beziehungen ist in Standards wie RDF und OWL beschrieben. Die Ontologie von FORGE ist enger gefasst als die des Semantic Web: Sie ist auf Betrieb ausgelegt, mit Schlüsseln, Rechten und Rückschreiben.

Wie beides zusammenarbeitet

Begriff · Ontologie

Die gemeinsame Beschreibung einer Organisation: Objekttypen mit Eigenschaften, Beziehungen, Regeln und Handlungen, als Daten mit Version, Herkunft und Recht.

Ontologie im Zusammenhang

Die Ontologie ersetzt das Lager nicht. Sie speist es: Objekte und Beziehungen in sauberer Form sind für Auswertungen die bessere Grundlage als Rohtabellen. Umgekehrt liefern Auswertungen aus dem Lager Kennzahlen zurück, die als Eigenschaften an Objekten stehen können. Wer beides trennt, sagt: Das Lager beantwortet, die Ontologie ordnet und handelt.

In der Praxis beginnt man selten bei null. Eine Organisation hat ein Lager, und die Ontologie wird daran angeschlossen, als weitere Quelle und als Abnehmer, nicht als Ersatz.

Woran man den Unterschied prüft

Vier Fragen trennen beide in einer Organisation. Lässt sich zu jedem Ding sagen, aus welchen Zeilen welcher Systeme es besteht? Kann eine Änderung in das führende System zurückgeschrieben werden, mit Prüfung und Verlauf? Sieht jeder nur, was er sehen darf, auch in der Auswertung? Lässt sich der Stand von vor einem Jahr so wieder aufrufen, wie er damals bekannt war? Wo die Antwort viermal Ja lautet, ist die Ontologie schon da, auch wenn sie anders heißt.

Schema

Datenlager                     Ontologie
-----------------------------  ------------------------------------
Tabellen je Quellsystem        Objekttypen mit Schlüssel
Kennzahl, Auswertung           Eigenschaft, Beziehung, Handlung
letzter Stand, Schnappschuss   Gültigkeitszeit und Erfassungszeit
Rechte der Auswertung          Markierung an jedem Wert
liest                          liest und schreibt zurück
Schema 1Schema mit Platzhaltern, keine echten Daten

Grenze

Grenze
Dieser Beitrag vergleicht Bauweisen und keine Produkte. Ob eine bestimmte Organisation ein Lager, eine Ontologie oder beides braucht, hängt von ihren Aufgaben ab. Die Ontologie von SnapSite ist als Bauweise beschrieben und nicht als laufendes System.

Fragen

Müssen wir unser Datenlager abschalten?
Nein. Es bleibt für Auswertungen die richtige Stelle. Die Ontologie wird angeschlossen, und beide tauschen Daten aus.
Ist das nicht dasselbe wie ein Datenkatalog?
Ein Katalog beschreibt Daten. Eine Ontologie beschreibt Dinge und trägt Handlungen, Rechte und Zeit; sie kann einen Katalog enthalten, ersetzt ihn aber nicht.

Quellen

  1. RDF 1.1 Concepts and Abstract SyntaxW3C. Grundbegriffe der Darstellung von Aussagen über Dinge und Beziehungen.
  2. OWL 2 Web Ontology Language: Document OverviewW3C. Beschreibung von Klassen, Eigenschaften und Beziehungen in einer Ontologie.

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