Was gebaut ist
Ein Datenlager sammelt Daten aus vielen Systemen und beantwortet Fragen über sie. Eine Ontologie beschreibt, welche Dinge es in einer Organisation gibt, wie sie zusammenhängen und was mit ihnen geschehen darf. Das eine ist kein schlechter Ersatz für das andere: Sobald ein System nicht nur Auskunft geben, sondern handeln soll, fehlt dem Lager, was die Ontologie trägt.
Im System · FORGE
- ERP, Prozesssoftware und Dokumente als Quellen; ihre Angaben steigen in zwei Objekte, verbunden durch „gehört zu“.
- Eine Regel umgrenzt die Objekte.
Was ein Datenlager gut kann
Ein Datenlager oder ein Datensee führt Daten aus vielen Quellen zusammen, speichert sie lange und macht sie für Auswertungen schnell lesbar. Es beantwortet Fragen über Mengen: Wie viele, wie verteilt, wie hat sich etwas entwickelt? Dafür ist es gebaut, und dafür bleibt es richtig. Auswertungen, Berichte und Modelle zur Prognose gehören dorthin.
Ein Lager ist bewusst offen gegenüber der Form seiner Daten. Tabellen aus verschiedenen Systemen stehen nebeneinander, auch wenn dieselbe Sache in jeder anders heißt. Das macht das Einsammeln billig und das Verstehen teuer.
Wo es endet
Begriff · Berechtigung
Eine überprüfbare Erlaubnis für eine Identität, ein Objekt und eine Operation. Ein Leserecht ist kein Schreibrecht.
Vier Dinge fehlen, sobald etwas handeln soll. Identität: Dass ein Kunde im ERP und eine Person in der Prozesssoftware dasselbe Ding sind, steht in keiner Tabelle, sondern in der Erfahrung derer, die sie pflegen. Handlung: Ein Lager liest. Wer eine Änderung zurück in das führende System schreiben will, braucht Typ, Vorbedingung, Recht und Bestätigung der Quelle. Recht: Berechtigungen der Quellsysteme gehen beim Zusammenführen verloren oder werden grob nachgebaut. Zeit: Ein Lager hält meist den letzten Stand oder Schnappschüsse, aber nicht die Frage, was zu einem Stichtag galt und was man damals wusste.
Jede dieser Lücken lässt sich mit Zusatzwerkzeugen füllen, einem Katalog, einer Zuordnungstabelle, einer Rechteschicht, einer Versionierung. Dann entsteht daneben eine Ontologie, nur ohne Namen und ohne gemeinsame Pflege.
Was eine Ontologie hinzufügt
Begriff · Beziehung
Eine benannte Verbindung zwischen Objekten, etwa: Objekt A gehört zu Objekt B. Die Verbindung braucht selbst einen Quellenbezug.
Eine Ontologie beschreibt Objekttypen mit Eigenschaften, Beziehungen mit Kardinalität, Regeln und Handlungen als Daten, die selbst Version, Herkunft und Recht tragen. Aus den Zeilen der Quellen entstehen Objekte, die über Systeme hinweg dieselben bleiben. Jede Aussage hat zwei Zeiten. Handlungen schreiben typisiert und geprüft in die Quelle zurück, und jede Eigenschaft trägt ihre Markierung.
Das ist keine Erfindung der Plattform. Wissensrepräsentation mit Klassen, Eigenschaften und Beziehungen ist in Standards wie RDF und OWL beschrieben. Die Ontologie von FORGE ist enger gefasst als die des Semantic Web: Sie ist auf Betrieb ausgelegt, mit Schlüsseln, Rechten und Rückschreiben.
Wie beides zusammenarbeitet
Begriff · Ontologie
Die gemeinsame Beschreibung einer Organisation: Objekttypen mit Eigenschaften, Beziehungen, Regeln und Handlungen, als Daten mit Version, Herkunft und Recht.
Die Ontologie ersetzt das Lager nicht. Sie speist es: Objekte und Beziehungen in sauberer Form sind für Auswertungen die bessere Grundlage als Rohtabellen. Umgekehrt liefern Auswertungen aus dem Lager Kennzahlen zurück, die als Eigenschaften an Objekten stehen können. Wer beides trennt, sagt: Das Lager beantwortet, die Ontologie ordnet und handelt.
In der Praxis beginnt man selten bei null. Eine Organisation hat ein Lager, und die Ontologie wird daran angeschlossen, als weitere Quelle und als Abnehmer, nicht als Ersatz.
Woran man den Unterschied prüft
Vier Fragen trennen beide in einer Organisation. Lässt sich zu jedem Ding sagen, aus welchen Zeilen welcher Systeme es besteht? Kann eine Änderung in das führende System zurückgeschrieben werden, mit Prüfung und Verlauf? Sieht jeder nur, was er sehen darf, auch in der Auswertung? Lässt sich der Stand von vor einem Jahr so wieder aufrufen, wie er damals bekannt war? Wo die Antwort viermal Ja lautet, ist die Ontologie schon da, auch wenn sie anders heißt.
Schema
Datenlager Ontologie
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Tabellen je Quellsystem Objekttypen mit Schlüssel
Kennzahl, Auswertung Eigenschaft, Beziehung, Handlung
letzter Stand, Schnappschuss Gültigkeitszeit und Erfassungszeit
Rechte der Auswertung Markierung an jedem Wert
liest liest und schreibt zurückGrenze
- Grenze
- Dieser Beitrag vergleicht Bauweisen und keine Produkte. Ob eine bestimmte Organisation ein Lager, eine Ontologie oder beides braucht, hängt von ihren Aufgaben ab. Die Ontologie von SnapSite ist als Bauweise beschrieben und nicht als laufendes System.
Fragen
- Müssen wir unser Datenlager abschalten?
- Nein. Es bleibt für Auswertungen die richtige Stelle. Die Ontologie wird angeschlossen, und beide tauschen Daten aus.
- Ist das nicht dasselbe wie ein Datenkatalog?
- Ein Katalog beschreibt Daten. Eine Ontologie beschreibt Dinge und trägt Handlungen, Rechte und Zeit; sie kann einen Katalog enthalten, ersetzt ihn aber nicht.
Quellen
- RDF 1.1 Concepts and Abstract SyntaxW3C. Grundbegriffe der Darstellung von Aussagen über Dinge und Beziehungen.
- OWL 2 Web Ontology Language: Document OverviewW3C. Beschreibung von Klassen, Eigenschaften und Beziehungen in einer Ontologie.