Stand · Bauplan
Eine verlässliche Übergabe zwischen Agenten überträgt einen konkreten Auftrag mit Ergebnisstand, Quellen, offenen Punkten und begrenzten Rechten. Eine Chatnachricht allein reicht nicht, wenn unklar bleibt, wer den nächsten Schritt ausführt und woran sein Abschluss erkennbar ist.
Die Übergabe ist ein eigener Zustandswechsel
Begriff · Kontext
Die begrenzte Information, auf deren Grundlage ein System arbeitet. Dazu gehören Herkunft, Aktualität, Widersprüche und Rechte.
Ein erster Agent kann eine Recherche beenden, während ein zweiter noch keinen ausführbaren Auftrag besitzt. Definieren Sie deshalb, wann eine Übergabe angeboten, angenommen und abgeschlossen ist. Der Vorgang braucht einen eindeutigen Bezug und eine zuständige ausführende Stelle. Offen bleibt sonst, ob beide handeln oder keiner.
Übertragen Sie das gewünschte Ergebnis und den nächsten konkreten Schritt. Der Empfänger muss erkennen, welche Quellen verbindlich sind und welche Aussagen nur Vermutungen darstellen. Eine schöne Zusammenfassung ohne Originalverweise verliert genau die Details, die später für eine Entscheidung nötig sein können. Die Übergabe braucht deshalb Kontext und überprüfbare Verweise.
Ergebnis, Beleg und Restarbeit trennen
Begriff · Übergabe
Die explizite Übertragung eines Vorgangs mit Ziel, geprüften Ergebnissen, offenen Fragen und nächster zuständiger Stelle.
Ein Agent hat für einen Vorgang passende Unterlagen gefunden. Die Übergabe nennt, welche Quelle geprüft wurde, welche Aussage sie stützt und welcher Punkt offen bleibt. Ein Entwurf wird als Entwurf markiert. Der nächste Agent darf ihn nicht allein wegen seiner flüssigen Sprache als bestätigtes Ergebnis übernehmen.
Halten Sie Version oder Stand der verwendeten Quellen fest. Ändert sich eine entscheidende Quelle zwischen Übergabe und Ausführung, muss die nächste Stelle erneut prüfen. Ein Kurztext kann den Einstieg erleichtern, sollte aber keine Unsicherheit verschlucken. Verdichtung ist hilfreich, solange sie die Grenze zwischen Beobachtung, Ableitung und Auftrag erhält.
Mit dem Auftrag keine neuen Rechte erben
Der zweite Agent erhält nicht automatisch alle Werkzeuge des ersten. Seine Rechte müssen aus seiner eigenen Aufgabe und den geltenden Regeln entstehen. Ein im Übergabetext genannter Administratorstatus ist kein Identitätsnachweis. Auch Agenten untereinander können falsche oder manipulierte Inhalte weitergeben.
OWASP nennt in mehrteiligen Agentensystemen auch kompromittierte Gegenstellen als mögliche Quelle problematischer Anweisungen. Behandeln Sie deshalb die Übergabe als Daten mit prüfbarer Herkunft. Die ausführende Stelle prüft vor jeder Wirkung weiterhin Objekt, Handlung und Erlaubnis. Ein Ergebnistext kann keine technische Sperre außer Kraft setzen.
Doppelte Arbeit und verlorene Vorgänge vermeiden
Eine Übergabe kann wiederholt oder ihre Bestätigung verzögert werden. Verwenden Sie eine eindeutige Auftragskennung und einen dokumentierten Zustand. Eine identische Wiederholung darf keine doppelte Außenwirkung erzeugen. Eine abweichende Aufgabe mit derselben Kennung muss als Konflikt behandelt werden.
Ein Fristablauf braucht einen klaren nächsten Besitzer. Der erste Agent darf nicht unbegrenzt auf eine Antwort warten, während der Vorgang bereits weitergegeben wurde. Legen Sie Rückgabe, Eskalation und sicheren Abbruch fest. Eskalation bedeutet hier die Übergabe an eine benannte zuständige Stelle, nicht eigenständiges Ausweiten von Rechten oder Werkzeugen.
AXON arbeitet geplant am gemeinsamen Vorgang
AXON soll Fälle durch mehrere Arbeitsschritte und Programme tragen. FORGE soll den gemeinsamen Gegenstand und seine Quellen bereitstellen, KALKÜL die relevanten Handlungen nachvollziehbar verbinden. Eine Übergabe wäre darin ein dokumentierter Wechsel von Aufgabe und Zuständigkeit, nicht bloß ein weiterer Gesprächsbeitrag.
Ein fertiger Mehragentenbetrieb mit dauerhaften Warteschlangen und verteilter Ausführung ist durch den vorhandenen Prototyp nicht belegt. Dieser zeigt konkrete Freigabebindung und lokale Protokollierung. Für eine belastbare Übergabefunktion wären eigene Tests mit Wiederholung, Absturz, Rechteentzug und widersprüchlichen Quellen nötig. Die Dokumentation beschreibt diese Funktion deshalb als GEPLANT.
Schema
{
"task": "<aufgabe>",
"state": "bereit zur Übernahme",
"result": "Entwurf, noch nicht bestätigt",
"sources": ["<quelle>@<version>"],
"next": "offenen Objektbezug prüfen",
"authority": "read-and-prepare"
}Grenze
- Grenze
- Eine Übergabe kann fehlerhaften Kontext weitertragen. Ohne bestätigte Annahme, erneute Rechteprüfung und Schutz gegen doppelte Ausführung ist ein verteiltes Agentensystem nicht verlässlich koordiniert.
Fragen
- Soll ein Agent immer den ganzen Chat weitergeben?
- Nein. Der Empfänger braucht den aktuellen Auftrag, relevante Entscheidungen, Quellen und offene Punkte. Umfangreiche Historie kann helfen, ersetzt aber keine klare Übergabe und kann unnötige vertrauliche Inhalte verteilen.
- Wer darf nach einer Übergabe handeln?
- Das muss der dokumentierte Auftragszustand festlegen. Die Übernahme darf keine neuen Rechte erzeugen; jede ausführende Stelle prüft ihre eigene Erlaubnis.
Quellen
- Anthropic: Effective context engineering for AI agents29.09.2025. Auswahl und Pflege des verfügbaren Kontexts; keine Garantie für richtige Antworten.
- OWASP: Excessive AgencyAusgabe 2025. Risiken durch übermäßige Werkzeuge, Rechte und Spielraum.
- W3C: PROV Model Primer30.04.2013. Herkunft als Beziehung zwischen Daten, Tätigkeiten und Verantwortlichen.